ISBN beantragen: Wie gehe ich vor, und was muss ich beachten?

Wenn Sie ein Buch schreiben und es veröffentlichen möchten, ist eine ISBN-Nummer von Vorteil. Autoren greifen dadurch auf ein System zurück, welches das Buch international auffindbar macht – es wird unverwechselbar und ist damit bis weit in die Zukunft nur für Sie reserviert. Inzwischen betrifft dies auch nicht mehr allein das gedruckte Buch, sondern auch E-Books und vieles mehr. Ratschläge, wie Sie genau vorgehen, wenn Sie eine ISBN beantragen möchten, und zahlreiche hilfreiche Tipps bekommen Sie jetzt in diesem kurzen Ratgeber.

Was ist die ISBN?

Die Abkürzung ISBN bedeutet Internationale Standardbuchnummer. Es handelt sich, wie eingangs erwähnt, um eine weltweit gültige Nummer für die Identifikation von gedruckten Werken aller Art: Sachbücher und Romane, wissenschaftliche Arbeiten, E-Books, Landkarten, Kalender, CDs und DVDs mit Lerninhalten und vieles mehr. Ohne die ISBN wäre es in der Praxis deutlich komplizierter, ein bestimmtes Werk aufzufinden. Durch die ISBN-Nummer können Buchhändler (und auch Privatpersonen) sehr einfach genau das Produkt finden, das sie gerade suchen. Die ISBN hat immer eine Länge von 13 Stellen – theoretisch würden sich also bis zu 1 Billion Produkte katalogisieren lassen.

Wozu dient die ISBN?

Vor allem bei der Findung und auch Vermarktung von Büchern und anderen Erzeugnissen ist die ISBN praktisch nicht wegzudenken. Verlage, die Bücher veröffentlichen, welche nicht via ISBN-Suche gefunden werden können, werden ihr Buch auch kaum verkaufen. Es ist ergo absolute Pflicht, sich um die Anschaffung einer neuen ISBN für ausnahmslos jedes Werk zu kümmern, das veröffentlicht wird und das verkauft werden soll – in Deutschland und auch auf der ganzen Welt.
 
Neben der Wirtschaft des Buchhandels spielt diese unscheinbare Nummer auch eine große Rolle in Bibliotheken, denn auch diese fordern neues Material über die ISBN-Suche an. Gleichzeitig führen sie meist ein eigenes Katalogsystem, das übergreifend über viele Bibliotheken gepflegt wird. Ein Mitarbeiter von Bibliothek A kann also jederzeit nachschauen, ob ein bestimmtes Werk vielleicht in Bibliothek B lagert – der ISBN-Nummer in der Datenbank sei Dank.

ISBN beantragen: Wie gehe ich vor?

Grundsätzlich kann jeder eine ISBN für ein Werk, das einige Rahmenbedingungen erfüllt, anfordern. Das ist auch in Zeiten des Selfpublishings aus marketingtechnischer Sicht ratsam: Wer schneller auffindbar ist, verkauft auch seine Inhalte einfacher. Wichtig sind für diesen Prozess unter anderem die folgenden Punkte:
 
• Der Weg führt zuerst über die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main. Erreichbar ist die Gesellschaft über https://www.german-isbn.de. Dort können Sie eine ISBN beantragen, die Kosten dafür betragen derzeit etwa 90 Euro. Dieser Wert bezieht sich auf das Angebot für „(Selbst-)Verlage mit absehbar einmaliger Verlagsproduktion“. Diese Variante ist wie geschaffen für Buchdruck im Eigenverlag.
 
• Achtung: Sie sollten sich um die ISBN gekümmert haben, bevor das Buch in den Druck geht. Die ISBN-Nummer muss nämlich sowohl außen als auch innen gut sichtbar auf dem Buch vermerkt sein. Haben Sie gar keine Nummer und drucken das Buch bereits, können Sie diese (teuren) Druckkosten praktisch gleich abschreiben, wenn Sie das Werk später noch einmal mit einer ISBN herausbringen wollen.
 
Übrigens: Sie sind in Deutschland nicht dazu verpflichtet, ein Buch mit einer ISBN-Nummer auszustatten. Sie können auch einfach etwas schreiben und es anderen Menschen online zur Verfügung stellen. Da der Buchhandel inzwischen jedoch in jedem Fall auf die ISBN-Suche setzt, um Bücher zu finden, wäre das Produkt über den stationären Handel nicht auffindbar. Langfristig schmälern Sie also Ihre eigenen Verkaufschancen beträchtlich.
 
• Nach der Beantragung der Nummer sollten Sie das Werk nun über www.vlb.de in das Verzeichnis lieferbarer Bücher eintragen lassen. Das geht schon für einen kleinen Preis von nur 2,70 Euro, wenngleich es auch noch eine Jahresgebühr von 69 Euro zu entrichten gilt. Haben Sie das getan, können Sie weitere Bücher für 2,70 Euro das Stück dort eintragen lassen. Über dieses Verzeichnis können andere Personen Ihr Buch dann bestellen.
 
Wenn Sie die genannten Tipps befolgen, werden Sie kurze Zeit später über eine internationale Standardbuchnummer verfügen und können Buch, E-Book & Co. für andere auffindbar machen.

Ich brauche mehrere ISBN-Nummern – was tun?

Kein Problem: Die genannte MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH vergibt auch Verlagsnummern. Diese schlagen mit einer Grundgebühr von 146 Euro zu Buche. Autoren, die diese Summe aufbringen, bekommen von der MVB eine ISBN-Liste zugesandt. Darin sind nun alle Nummern vermerkt, die „noch frei sind“ und die Sie in Ihrem Verlag nutzen können. Praktisch: Die weitere Beantragung einer internationalen Standardbuchnummer entfällt nun, da Sie einfach auf eine bereits bestehende Nummer aus der Liste zugreifen können.
 
Allerdings variiert der Preis dieser ISBN-Listen:
 
• Für eine Liste, die Platz für zehn Titel bietet, müssen Sie Kosten von 27 Euro entrichten.
 
• Eine Liste mit Raum für 100 Titel kostet mit 55 Euro etwa das Doppelte (aber bietet Raum für die zehnfache Menge an Werken).
 
Umfangreiche Listenbestellungen resultieren immer in kleineren Verlagsnummern. Erfahrene Buchhändler können daher bereits anhand der ISBN-Nummer ungefähr ablesen, wie groß der Verlag ist, der das Buch vertreibt.
 
Achtung: Wie Sie vielleicht schon richtig bemerkt haben, werden Sie mit der Beantragung einer kompletten ISBN-Liste auch einen Verlag gründen – und sei es nur ein Eigenverlag. Das ist mit diversen Pflichten und leider auch weiteren Kosten verbunden. Bevor Sie diesen Schritt machen, sollten Sie also gründlich überlegen, ob es sich für Sie überhaupt lohnt. Lassen Sie sich im Zweifelsfall daher im Voraus professionell beraten.

Veröffentlichung über einen Verlag

Einfacher haben es Autoren, die Ihr Werk über einen bereits bestehenden Verlag veröffentlichen. Dann müssen Sie selbst natürlich keine ISBN-Nummer beantragen, da diese Aufgabe der Verlag übernimmt. Die großen Verlage im deutschsprachigen Raum führen durchaus ISBN-Listen, die einen sechsstelligen Bereich abdecken. Dort gibt es also garantiert genug Raum, um auch Ihr Buch noch abzudecken und in den Handel zu bringen.

Fazit

Es ist in Deutschland zum Glück sehr einfach, eine ISBN zu beantragen. Zwar können Sie darauf auch verzichten – und vielleicht sollten Sie das sogar, wenn Sie nur in einem sehr kleinen Rahmen veröffentlichen wollen. Bei höheren Ambitionen und dem Vorhaben, Ihr Werk einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, sollten Sie den insgesamt recht einfachen Prozess jedoch in jedem Fall durchlaufen.

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