Was Druckereien 2026 wissen müssen | Printnow 19.01.2026

Zwischen EUDR-Aufatmen und neuen Hürden
Willkommen im Jahr 2026. Der Kalender zeigt den 19. Januar, und für die deutsche Druckindustrie fühlt sich der Jahresauftakt wie eine Mischung aus einem tiefen Seufzer der Erleichterung und dem Anblick eines weiterhin steilen Berges an. Wir befinden uns in einer Zeit der kritischen Konvergenz: Struktureller Personalmangel trifft auf technologischen Investitionszwang.
Doch die wichtigste Nachricht zuerst: Der befürchtete regulatorische Super-GAU zum Jahreswechsel ist ausgeblieben. Lassen Sie uns analysieren, was die politischen Entscheidungen der letzten Wochen für Ihr Geschäft bedeuten, welche Fallstricke trotz Entwarnung bleiben und wie sich die Rolle einer Online Druckerei in 2026 fundamental wandelt.
Das große Aufatmen: EUDR-Verschiebung und die Rettung für Verlage
Werfen wir den Blick auf das Thema, das die Branche bis in den Dezember 2025 hinein in Atem gehalten hat: Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR). Hier hat sich das Blatt in letzter Minute zum Guten gewendet. Es ist die wohl wichtigste regulatorische Nachricht für das operative Geschäft in diesem Jahr.
Keine EUDR-Pflichten für Bücher, Magazine und Zeitungen
Die Entscheidung ist gefallen: Der EU-Rat und die Mitgliedsstaaten haben sich darauf verständigt, die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) um ein Jahr zu verschieben. Ursprünglich sollte die Verordnung zum 30. Dezember 2025 in Kraft treten – ein Datum, das wie ein Damoklesschwert über der Branche hing. Mit der Einigung vom Dezember 2025 ist die unveränderte Anwendung faktisch vom Tisch.
Doch die Verschiebung ist nur der erste Teil der guten Nachrichten. Viel entscheidender ist die inhaltliche Anpassung, die insbesondere für Unternehmen der nachgelagerten Lieferkette eine massive Entlastung von Bürokratie bedeutet:
- Vollständige Ausnahme: Printprodukte wie Zeitschriften, Zeitungen oder Bücher sind komplett von der Verordnung ausgenommen.
- Fokus auf den Ursprung: Die Sorgfaltspflichten konzentrieren sich nun auf den Beginn der Lieferkette (Forstwirtschaft, Rohstoffhändler).
- Wegfall der Redundanz: Die aufwendige, ständige Wiederholung von Sorgfaltserklärungen entlang der gesamten Lieferkette entfällt ebenso wie die Pflicht zur umfangreichen Datenweitergabe vom Wald bis zum Handel.
Diese Entwicklung ist ein Sieg der Vernunft und zeigt, dass der Schutz globaler Wälder erreichbar ist, ohne die europäische Druckindustrie strukturell zu überlasten. Die vollständige Herausnahme von Druckerzeugnissen bestätigt zudem, was Brancheninsider schon lange wissen: In der EU hergestellte Druckprodukte sind keine Treiber von Entwaldung oder Waldschädigung.
Warum dies ein Sieg für die Nachhaltigkeit ist
Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM), der sich gemeinsam mit Intergraf massiv für diese Änderungen eingesetzt hat, betont zu Recht die Exzellenz der hiesigen Kreislaufwirtschaft. Der Altpapierkreislauf in Deutschland ist Weltklasse. Ein Großteil der für die Papierherstellung verwendeten Rohstoffe besteht aus Recyclingfasern, während Frischfasern fast ausschließlich aus zertifizierten Quellen gewonnen werden. Die Politik hat endlich anerkannt, dass die europäische Druckindustrie Teil der Lösung und nicht des Problems ist.
"Mit der Einigung sei klar: Der Schutz globaler Wälder lasse sich erreichen, ohne die europäische Druckindustrie strukturell zu überlasten." – BVDM Pressemitteilung, Dez. 2025.
Der Blick nach vorn: Revision bis April 2026
Trotz der Erleichterung ist das Thema nicht vollständig vom Tisch. Bis April 2026 steht eine Revision der Verordnung an. Hier fordert der BVDM, weiteres Potenzial für Vereinfachungen zu ermitteln – insbesondere für jene Druckerzeugnisse, die aktuell noch nicht von der neuen Ausnahmeregel erfasst werden (etwa bestimmte Akzidenzen oder Verpackungen). Zudem gilt es, Schlupflöcher zu schließen, die es ermöglichen könnten, dass nicht EUDR-konforme Papiere aus Drittstaaten auf den EU-Markt gelangen und so den Wettbewerb verzerren.
Die Ruhe vor dem nächsten Sturm: Was 2026 sonst noch bringt
Während die EUDR-Front also vorerst befriedet ist, wäre es fatal, sich zurückzulehnen. Ein Blick auf die „Strategie-Roadmap für die Deutsche Druck- und Medienindustrie 2026“ zeigt, dass die strukturellen Herausforderungen nicht verschwunden sind. Wer sich nur auf den Lorbeeren der EUDR-Lobbyarbeit ausruht, übersieht die anderen „Pain Points“, die 2026 die operative Kontinuität gefährden.
1. Der Fachkräftemangel als Kapazitätsbremse
Auch wenn wir weniger bürokratische Formulare für das Papier ausfüllen müssen – brauchen wir immer noch Menschen, die die Maschinen bedienen. Der operative Engpass Nummer eins bleibt der Personalmangel. Rund 75 Prozent der Betriebe gaben bereits im Vorjahr an, dass der Mangel an geeignetem Fachpersonal ihre größte Herausforderung darstellt.
Das Paradoxon des Jahres 2026 lautet: Sie haben vielleicht Aufträge, können diese aber nicht ausführen? Reduzierte Schichtkapazitäten führen vielerorts zu niedrigeren Maschinenauslastungen und steigenden Stückkosten. Dies gefährdet direkt die Amortisation von Neuinvestitionen. Die Situation bei technischen Ausbildungsberufen ist alarmierend; selbst modernste Großdruckereien berichteten zuletzt von wenigen Bewerbungen für den Beruf des Medientechnologen Druck.

2. Die nächste Compliance-Welle: PPWR und Green Claims
Während Bücher und Zeitungen bei der EUDR fein raus sind, trifft es den Verpackungsdruck umso härter. Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die am 12. August 2026 voll in Kraft tritt, erzwingt sofortige technische Umstellungen.
- Schadstoffgrenzwerte: Ab August dürfen Verpackungen nur in Verkehr gebracht werden, wenn die Konzentration bestimmter Stoffe (Blei, Cadmium etc.) 100 mg/kg nicht überschreitet. Das erfordert Audits aller Druckfarben und Beschichtungen noch im ersten Halbjahr 2026.
- Design for Recycling: Um den Anforderungen an die Kreislaufwirtschaft gerecht zu werden, sind Investitionen in biobasierte Tinten und recycelbare Substrate unvermeidlich.
- Green Claims Richtlinie: Bis September 2026 müssen Umweltaussagen rechtssicher verifiziert werden. „Klimaneutral gedruckt“ ist kein einfacher Slogan mehr, sondern erfordert eine datenbasierte, rechtssichere ESG-Reporting-Struktur, um Greenwashing-Vorwürfe zu vermeiden.
3. Wirtschaftlicher Druck und Investitionszwang
Das makroökonomische Umfeld in Deutschland bleibt 2026 verhalten. Mit einem prognostizierten BIP-Wachstum von nur 1,2 Prozent liegt Deutschland weiterhin hinter dem EU-Schnitt. Der Spielraum für Preisanpassungen ist limitiert, während die Kosten für Logistik und Energie – getrieben durch die Ausweitung des EU ETS 1 Emissionshandels auf den Seeverkehr – strukturell hoch bleiben.
Gleichzeitig besteht ein massiver Zwang zur Digitalisierung. Wer nicht in Prozessautomatisierung mittels MIS/ERP und Web-to-Print (W2P) investiert, riskiert, vom Wettbewerb abgehängt zu werden. Doch diese Investitionen müssen in einem Umfeld mit dünneren Margen finanziert werden.

Das Fazit für Druckereien: Kooperation statt Einzelkampf
Fassen wir die Lage für 2026 zusammen: Wir haben einen wichtigen Sieg bei der EUDR errungen, der den klassischen Verlagsdruck (Bücher, Zeitungen) rettet. Aber der allgemeine bürokratische Aufwand und vor allem der eklatante Mangel an Fachkräften setzen mittelständische Druckereien unter enormen Druck. Das Risiko des Zögerns ist nicht nur der Verlust von Marktanteilen, sondern die Gefährdung der langfristigen Existenz.
Die Antwort auf diese Komplexität kann für viele kleine und mittlere Druckereien nicht mehr lauten: „Wir machen alles selbst.“ Die Investitionen sprengen oft den Rahmen eines Einzelbetriebs.
Printnow: Ihr strategischer Partner im Hintergrund
Hier schlagen wir die Brücke zu einer smarten Unternehmensstrategie für 2026. Anstatt sich mit dem regulatorischen Dschungel oder der verzweifelten Suche nach Mitarbeitern aufzureiben, bietet sich das Wiederverkaufen an einen leistungsfähigen Partner an.
Printnow.de versteht sich nicht als Konkurrent, sondern als Ihre verlängerte Werkbank – als Ihre Online-Druckerei in 2026, die im Hintergrund agiert. Wir haben uns den Herausforderungen bereits gestellt:
- Compliance Ready: Unsere Prozesse sind bereits auf Sie abgestimmt.
- Skalierbare Kapazität: Dank hochgradiger Automatisierung und einem starken Team spüren wir den Fachkräftemangel nicht im operativen Durchsatz. Ihre Aufträge bleiben nicht liegen.
- Technologie-Vorsprung: Wir investieren kontinuierlich in modernste Drucktechnologien, sodass Sie diese Investitionskosten nicht selbst tragen müssen.
Nutzen Sie die durch die EUDR-Verschiebung gewonnene Freiheit nicht, um neue bürokratische Baustellen zu eröffnen. Nutzen Sie sie für den Vertrieb und die Kundenpflege – und überlassen Sie das komplexe, reglementierte und kapitalintensive Drucken uns.

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